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Test

Canon EOS R7 im Test: Platz 1 unter den APS-C-Kameras

Mit der EOS R7 hat Kamerariese Canon eine ambitionierte Systemkamera mit APS-C-Sensor im R-System vorgestellt. Wir haben im Canon EOS R7 Test herausgefunden, ob sich der Kauf lohnt und wie die Kamera im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet.

Canon EOS R7 Test

Kehrtwende bei Canon: Nachdem der Hersteller bislang auf Nachfrage nach einer APS-C-Kamera mit RF-Bajonett auf das bestehende EOS-M-Sortiment verwies, ist nun doch eine solche Kamera im EOS-R-Segment verfügbar. Wie Sie bereits in unserer Meldung zu Canons Neuheiten lesen konnten, hat Canon die EOS R7 als neues Mittelklassemodell gemeinsam mit der EOS R10 als Einstiegsmodell und zwei RFS-Standardzoomobjektiven vorgestellt.

Wir haben uns für Sie die EOS R7, die sich insbesondere für Sport-, Natur- und Wildlifefotografie eignet, im Detail angeschaut, um herauszufinden, ob Canon der erste Halbformatwurf im EOS-R-System gelungen ist. Bereits vor dem Test war klar: Mit dem ambitionierten Mittelklassemodell um 1.500 Euro wagt sich Canon in einen belebten Markt.

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So muss sich die EOS R7 gegen ähnlich bepreiste Spitzenmodelle wie die Fujifilm X-T4 und die Sony Alpha 6600 behaupten – zwei sehr gute Systemkameras. Doch zum Vergleich mit Kameras der Konkurrenz später mehr, widmen wir uns erst einmal den Leistungs- und Ausstattungsmerkmalen der neuen Canon EOS R7. Hier stoßen wir sowohl auf bereits Bekanntes als auch auf innovative Elemente.

Viel Auflösung, hohes Tempo

Das Herzstück der Kamera, ein CMOS-Sensor in APS-C-Größe mit einer Auflösung von 32,5 Millionen Pixeln, wird Canon-Fans bekannt vorkommen: Bereits die EOS M6 Mark II sowie die EOS 90D sind mit einem solchen Sensor vor rund drei Jahren auf dem Fotomarkt erschienen.

Eine Neuerung zu den beiden angesprochenen Schwestermodellen ist der integrierte Bildstabilsator der EOS R7, der auf eine Kompensation von bis zu sieben Belichtungsstufen ausgelegt ist. Als Bildprozessor setzt Canon auf den Digic X, der für ein hohes Tempo sorgt. Bis zu 15 Bilder pro Sekunde nimmt die Kamera bei mechanischem Verschluss auf. Wer auf den elektronischen Verschluss wechselt, kann eine doppelt so hohe Serienbildgeschwindigkeit erreichen.

Das bestätigen die Ergebnisse aus dem Testlabor. Kurzum: Mit der EOS R7 führt Canon die Geschichte der schnellen Semi-Profi-DSLRs um die EOS 7D Mark II und EOS 90D fort – mit dem Unterschied, dass das Tempo nun deutlich höher ist. Doch der Pufferspeicher der EOS R7 ist begrenzt. Im Test bei höchster Geschwindigkeit zeichnete die Kamera nur rund 1,5 Sekunden lang Fotos auf, da nach 43 Fotos erst einmal eine Verschnaufpause nötig ist.

Wenn Sie sich fürs JPEG-Format entscheiden, können Sie mehr als doppelt so viele Bilder in Serie aufzeichnen. Und wie steht es um die Bildqualität der EOS R7? Die kann sich sowohl im Bereich der geringen Lichtempfindlichkeit als auch bei High-ISO sehen lassen.

Bis einschließlich ISO 6400 nimmt die EOS R7 über 2.000 Linienpaare pro Bildhöhe auf (gemessen mit dem RF 50mm F1.2L USM). Störendes Bildrauschen ist erst ab ISO 6400 messbar. So liefert die EOS R7 sowohl bei viel als auch bei wenig Licht eine tolle Bildqualität, wenngleich deutliche Unterschiede (vor allem im Bereich der Detailtreue) zu den nächstgrößeren Schwestermodellen EOS R6 und EOS R5 (mit Vollformatsensoren) messbar sind.

Und wie steht es um die Videoqualität? An Bord der EOS R7 befinden sich Aufnahmefunktionen, die bis einschließlich 4K/60p reichen. Vierfache Zeitlupenaufnahmen sind in Full HD möglich. Die Testlabormessung unterstreicht eine gute Bildqualität im Bewegtbild.

Das Gehäuse der Canon EOS R7 im Bodycheck

1 | Guter Monitor: Der rückseitige Monitor misst in der Diagonale 2,95 Zoll. Er ist dreh- und schwenkbar sowie per Touch bedienbar.

2 | Joystick und Daumenrad: Die rückseitige Kombination aus Joystick und Daumenrad ist in der Reihe der EOSKameras bislang einzigartig.

3 | Leichtes Gehäuse: Das Kameragehäuse (Magnesiumlegierung uns Kunststoff) ist spritzwassergeschützt, aber nicht frostsicher.

4 | Ohne Aufklappblitz: Auf einen Aufklappblitz müssen Sie bei der EOS R7 verzichten. Der Blitzschuh ist mit üblichen Speedlites kompatibel.

5 | Fokus auf Video: Mit bis zu 4K/60p nimmt die R7 hochauflösendes Video auf – durch Drücken zugehöriger Taste auf der Oberseite.

6 | Angenehme Bedienung: Das obere Bedienfeld ist vollständig rechtsseitig angeordnet – das vereinfacht die Bedienung der Kamera.

Schneller, cleverer Autofokus 

Ein Highlight der neuen Canon EOS R7 ist das Autofokussystem, das auf der Dual-Pixel-CMOS-AF-II-Technologie basiert, inklusive Deep-Learning-KI und automatischer Motiverkennung, wie auch beim Vollformat-Topmodell Canon EOS R3. Das Autofokussystem deckt nahezu das gesamte Bildfeld ab und ist für dunkle Umgebungen (bis -5 LW) optimiert. In unserem Test funktionierte der Autofokus hervorragend.

Die Kamera hat unterschiedliche Motive automatisch und zuverlässig erkannt und verfolgt. Für die Positionierung des AF-Feldes steht ein rückseitiger Joystick bereit, der erstmals bei einer EOS-Kamera mit einem Daumenrad verknüpft ist. Da sich der Joystick anders als z. B. bei der EOS R5 und EOS R6 rechts oberhalb des Monitors befindet, ist etwas Umgewöhnung nötig. Das ist schade, wenngleich die Kombination aus Joystick und Daumenrad gelungen ist.

Guter Sucher, guter Monitor 

Der bereits angesprochene TFT-Monitor ist 2,95 Zoll groß und löst 1,62 Millionen Bildpunkte auf. Dank vollständiger Dreh- und Schwenkbewegung sowie Touch-Unterstützung ist die Bedienung hervorragend. Eine ebenso gute Übersicht liefert der elektronische OLED-Sucher.

Dieser deckt auf einer Diagonalen von 0,39 Zoll 100 Prozent des Bildfeldes ab und bietet eine Auflösung von 2,36 Mio. Bildpunkten. Hinzu kommt eine 1,15-fache Vergrößerung sowie eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Der Monitor sowie der Sucher der Kamera stellen keine Rekorde auf, sondern liefern vielmehr das, was man für eine in ihrer Klasse erwarten kann. Ähnlich wie die Canon EOS R6 bietet die Canon EOS R7 kein Schulterdisplay.

Kompaktes Gehäuse 

Ohne Akku und Speicherkarte kommt die Kamera auf ein Gewicht von 530 Gramm. Die Abmessungen entsprechen einer kompakten, aber nicht außergewöhnlich kleinen Systemkamera. Das zahlt sich in einer sehr guten Ergonomie aus – mit Berücksichtigung des etwas zu weit oben positionierten Joysticks auf der Kamerarückseite.

Eine Besonderheit auf der Vorderseite stellt der AF/MF-Schalter da. Hintergrund: RFS-Objektive besitzen keinen solchen Schalter. Deswegen finden Sie diesen bei EOSR- Kameras mit APS-C-Sensor am Gehäuse. Wie für eine Kamera im Preissegment um 1.500 Euro üblich, ist die Kamera wetterfest. So schützen Abdichtungen die EOS R7 vor Staub und Spritzwasser.

Canon EOS R7 vs. Fujifilm X-T4 vs. Sony Alpha 6600

Die EOS R7 füllt im Portfolio der EOS-RKameras die Lücke zwischen der EOS RP und der EOS R6. Für den Body sind aktuell 1.499 Euro nötig. Wie eingangs erwähnt, ist die Konkurrenz groß – auch in Bezug auf das APS-C-Segment: Fujifilm stellt mit der X-T4 eine hervorragende Kamera.

Mitbewerber Sony hat mit der nur wenig schlechter abschneidenden Alpha 6600 einen weiteren Hochkaräter für Foto- und Videofans in petto. Doch wie Sie bereits der Überschrift dieses Berichts entnehmen konnten, zieht die Canon EOS R7 an beiden Kameras vorbei auf Platz 1 unter den APS-C-Kameras – wenn auch nur knapp. Die EOS verbindet eine tolle Bildqualität in Foto und Video mit einer guten Bedienung.

Canon EOS R7 Praxisaufnahmen

Neben dem Test unter Laborbedingungen musste die neue APS-C-Kamera von Canon auch in der Praxis unter Beweis stellen, was sie kann. Die drei Fotos sind mit dem RF 100-400mm F5.6-8 IS USM entstanden. Der Autofokus hat super funktioniert.

Alternative zur Canon EOS R7: Canon EOS R10 

Wenn Sie eine Alternative im EOS-Portfolio suchen, dann bleibt im R-System mit dem Schwestermodell R10 nur eine Kamera übrig. Die R10 ist deutlich günstiger, aber auch einsteigerlastiger. Wir testen die CSC, sobald sie verfügbar ist.

DigitalPHOTO-Fazit

Chapeau an Canon! Endlich ist im EOS-R-Portfolio eine richtig starke APS-C-Systemkamera zu finden. Die Bildqualität des 32,5-MP-Sensors ist sehr gut. Noch besser fällt in unserem Test die üppige Ausstattung sowie die hohe Geschwindigkeit von bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Im Videobereich leistet die Kamera ebenfalls viel. So nimmt sie in Summe Platz 1 unter den APS-C-Kameras ein, knapp vor der Fujifilm X-T4 und der Alpha 6600. Glückwunsch!

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