Eine neue Systemkamera inklusive Objektiv für unter 700 Euro? Solche Einstiegs-Angebote sind in den letzten Jahren rar geworden. Umso schöner, dass Canon hier mit der EOS R100 nun ein entsprechendes Modell auf den Markt bringt. Doch lohnt sich der Kauf? Wir haben es getestet!

Canon EOS R100 im Test
Pro & Kontra
+ praktische Einstiegsprogramme
+ sehr gute Bildqualität
+ günstiger Preis
- mäßige Videoausstattung
- Display nicht beweglich
- sehr langsam bei APS-C-Serien
Bewertung
- Bildqualität (40 %): 87,3 %
- Ausstattung & Bedienung (35 %): 55,8 %
- Geschwindigkeit (15 %): 78,3 %
- Video (10 %): 69,5 %
- Gesamtbewertung: BEFRIEDIGEND, 73,1 %
Keine Frage: Die EOS R100 richtet sich gezielt an Einsteigerinnen und Einsteiger, die erstmals mit einer Systemkamera in Berührung kommen. Dementsprechend ist auch das Bedienkonzept ausgelegt, bei dem der Body nicht wie bei anderen Kameras üblich, mit unzähligen Knöpfen und Einstellrädern vollgestopft ist.
Die EOS R100 hingegen beschränkt sich auf das Nötigste und macht so den Einstieg leicht. Bei eben diesem Einstieg in die Welt von Blende und Belichtungszeit helfen auch die Motivprogramme, die die Kamera mitbringt. Sie tragen dazu bei, bei typischen Aufnahmemotiven wie Porträts, Landschaften oder Sport die optimalen Kameraeinstellungen auszuwählen und dabei zusätzlich in der Praxis fotografisches Wissen zu vermitteln. Ein dicker Pluspunkt.
Das hat Canon bei der EOS R100 wirklich gut gelöst. Praktisch ist auch das kompakte Kameragehäuse. Tatsächlich ist die EOS R100 so winzig, dass man sie mühelos in der Jackentasche verstauen kann. Schaut man sich die technischen Daten an, fallen einem zunächst keine nennenswerten Unterschiede zu Kameras in höherem Preissegment auf.
So löst der APS-C-Sensor mit 24,2 Megapixeln auf. Videos nimmt die Kamera in 4K auf, im Serienmodus schafft die EOS R100 bis zu 6,5 Bilder pro Sekunde und der Monitor ist mit 3 Zoll und 1,04 Mio. Bildpunkten groß und hochauflösend.

Anders als bei den meisten anderen Systemkameras lässt sich der Kamera-Monitor der EOS R100 nicht ausklappen und schwenken. Das ist insbesondere für die Fotografie aus ungewöhnlichen Perspektiven sowie für Filmaufnahmen unpraktisch. Auch eine Touchscreen-Funktion bringt der Monitor nicht mit.
Wo liegen die Schwächen?
Die Schwächen der Kamera offenbaren sich erst auf den zweiten Blick. So nimmt die Kamera bei Einstellung der 4K-Auflösung nur mit 25 Bildern pro Sekunde auf. Hier bieten andere Kameras in ähnlicher Preisklasse deutlich mehr. Die 25 Bilder pro Sekunde sind zwar für eine flüssige Wiedergabe auf dem TV oder bei YouTube völlig ausreichend, doch Effekte wie Zeitlupen sind dabei nicht möglich.

Ein in der Praxis für viele wahrscheinlich relevanterer Nachteil ist die Serienbildfunktion der EOS R100. Die liegt zwar eigentlich bei soliden 6,5 Bildern pro Sekunde, doch wenn Sie den nachführenden Autofokus für Fotos von sich bewegenden Objekten aktivieren, sinkt diese Rate auf 3,5 Fotos pro Sek.
Das ist für Sport- und Actionfotos schlicht zu langsam. Dritte Schwachstelle: Das Display der EOS bietet keine Touchscreen-Funktion und lässt sich zudem nicht ausklappen und bewegen.
Das macht das Fotografieren aus ungewöhnlichen Perspektiven deutlich schwerer und ist auch ein Nachteil, wenn Sie sich mit der Kamera selbst filmen möchten. Punkten kann die Kamera hingegen in der Kategorie „Bildqualität“, wo sie die Teilnote „sehr gut“ erreicht. Die Detailtreue sowie das Rauschverhalten der Kamera können überzeugen.
Bedenkt man, dass Sie die Canon EOS R100 inklusive RF-S 18–45mm f/4.5–6.3 IS STM für unter 700 Euro erhalten, ist das Angebot durchaus attraktiv für all jene, die auf der Suche nach einer günstigen, kompakten Kamera sind und mit den genannten Einschränkungen leben können.
Alternativ können Sie im Übrigen die EOS R100 auch im Kit mit zwei Objektiven kaufen. Dann erhalten Sie zusätzlich noch das RF-S 55–210mm F/5–7.1 IS STM zum Paketpreis von 929 Euro.
Canon EOS R100 Alternative: Canon EOS R50

Die EOS R50 kostet im Handel aktuell nur rund 50 Euro mehr als die EOS R100, ist aber deutlich besser ausgestattet. Unter anderem lässt sich bei der R50 das Display ausklappen sowie schwenken und bringt eine Touchscreen-Bedienung mit.
Testurteil: 80,2 %
DigitalPHOTO-Fazit
Insgesamt schneidet die EOS R100 von Canon aufgrund ihrer Schwächen in puncto Ausstattung und Video nur mit der Gesamtnote „befriedigend“ ab. Mein Tipp: Suchen Sie nach einer günstigen Einstiegskamera in diesem Preissegment und soll es eine Canon-Cam sein, greifen Sie lieber zur EOS R50 oder EOS R10. Beide sind nur unwesentlich teurer, aber deutlich besser ausgestattet. Hier lohnt es sich, die etwas höheren Anschaffungskosten zu investieren.