Milchstraßenfotografie auf 2.500 Metern Höhe: Astrofotograf Tamás Csizmadia erzählt von seinem Sternenhimmelshooting in den Walliser Alpen in der Schweiz.

Astrofotograf Tamás Csizmadia: So fotografiert er Sterne
„Vordergrund macht Bild gesund“ – diese Fotoweisheit befolgte auch Tamás Csizmadia bei der Gestaltung dieser starken Milchstraßenaufnahme:
„Mein Plan war, den funkelnden Sternenhimmel mit den rauen Felsen im nahen Vordergrund zu kombinieren. Dank der Smartphone-App Stellarium Mobile wusste ich, wie die Milchstraße aussehen und wo sie erscheinen würde. Mir gefiel die Art und Weise, wie die Steine fast parallel zur Richtung der Milchstraße in den Himmel aufsteigen“, sagt der Fotograf. Als die blaue Stunde einbrach, platzierte er seine Kamera nah am Boden auf einem Stativ und schoss das Vordergrundfoto.
Den Sternenhimmel fotografierte er dann später in völliger Dunkelheit.
Herr Csizmadia, wie haben Sie sich auf dieses Milchstraßenshooting vorbereitet?
Ich verbrachte eine Nacht auf der Turtmannhütte, bevor ich zum Gipfel des Barrhorns aufbrach – dem höchsten Wandergipfel Europas. Es war bereits Ende August, der größte Teil des Schnees war geschmolzen und ich überprüfte jeden Tag die Wettervorhersage, um bei passenden Bedingungen sofort losfahren zu können.
Ich wusste im Voraus, dass die Tage, die ich dort verbrachte, perfekt für die Milchstraßenfotografie – es war Neumondzeit – sein würden, deshalb hatte ich meine Grundausrüstung für die Astrofotografie dabei. Mit dem Wissen, dass der Nachthimmel aufgrund der idealen Mondphase, der geringen Lichtverschmutzung und des klaren Himmels sehr dunkel sein würde, habe ich einige Orte rund um die Turtmannhütte anhand von Satellitenbildern überprüft.
Ich erwartete, dass sich der Galaxienkern etwa 10 bis 12 Grad über dem Horizont befinden würde, und es schien, als könnte ich die Kurve vom Gletscher aus genau erkennen.
Welche Ausrüstung haben Sie verwendet?
Zum Einsatz kam meine Fujifilm X-T4 zusammen mit der Ultraweitwinkel-Festbrennweite Samyang AF 12mm f/2.0 X. Dieses Objektiv ist sehr kompakt und leicht und erlaubt mir, dank kurzer Brennweite und hoher Lichtstärke bei ausreichender Belichtungszeit und akzeptablen ISO-Einstellungen auch bei Nacht genügend Licht einzufangen.
Da mein 35-l-Rucksack für Bergsteiger nicht sonderlich groß war, hatte ich mein kleines Sirui AM-223 Ministativ aus Kohlefaser dabei. Normalerweise nehme ich auch einen Fernauslöser mit, aber bei dieser Wanderung zählte jedes Gramm, sodass ich den Selbstauslöser der Kamera nutzte.
Wie sah die Umsetzung aus?
Die Landschaft habe ich mit etwas mehr Licht schon zur Blauen Stunde gegen 21 Uhr aufgenommen, die Milchstraße dann nach Einbruch der Dunkelheit circa zwei Stunden später. Das Stativ wurde in dieser Zeit nicht bewegt. Zu Hause habe ich die RAW-Dateien dann in Capture One Pro entwickelt und mit Affinity Photo zusammengefügt.
