Bei diesem Anblick schlägt das Herz eines jeden Analogfoto-Fans höher! Die neue OM System OM-3 würde auf den ersten Blick auch als Kamera aus den 1970er-Jahren durchgehen. Doch im Inneren hat der MFT-Neuling einiges an technischen Finessen zu bieten.

OM System OM-3 im Test: mit analogen Filmsimulationen
Pro & Kontra
+ sehr schneller Autofokus
+ Computational Photography-Taste
+ Filmprofil-Simulationen
+ integrierter Bildstabilisator
+ schickes Retro-Design
- Detailtreue bei hoher Lichtempfindlichkeit
Bewertung
- Bildqualität (40 %): 87,9 %
- Ausstattung & Bedienung (35 %): 92,2 %
- Geschwindigkeit (15 %): 98,3 %
- Video (10 %): 91,3 %
- Gesamtbewertung: SEHR GUT, 91,3 %
Mit den letzten Modellen, die der Olympus-Nachfolger OM System vorgestellt hat, konzentrierte sich das Unternehmen hauptsächlich auf Anhängerinnen und Anhänger der Wildlife-Fotografie. Ein logischer Schachzug, schließlich gelten MFT-Kameras dank ihres großen Crop-Faktors dafür als ideales Equipment.
So sind Telebjektive mit vergleichbarem Bildausschnitt deutlich kompakter und preisgünstiger als entsprechende Modelle für Vollformatkameras. Doch MFT kann natürlich noch deutlich mehr als „nur“ Wildlife. Das soll nun spätestens die neue OM-3 beweisen.
Die Kamera lässt sich zwar ebenfalls dank ihres robusten Gehäuses bedenkenlos in der freien Natur verwenden, doch mit ihrer Retro-Optik fühlt sie sich genauso in der Straßenfotografie zuhause. Da sie zudem sehr kompakt und leicht ist, lässt sie sich auch auf ausgedehnten Städtetouren problemlos mitnehmen.
Enthusiasten als Zielgruppe
Zielgruppe der OM-3 sind hauptsächlich Foto-Enthusiasten, die schon Erfahrungen mit kreativer Fotografie mit manuellen Einstellungen gemacht haben. Wie es bei Analog-SLRs und DSLRs schon üblich war, lassen sich die wichtigsten Aufnahmeeigenschaften wie Blende und Verschlusszeit ganz klassisch per Einstellrad auswählen.
Der Bezug zur analogen Fotografie geht sogar noch weiter: Die OM-3 bringt jede Menge Filmsimulationen mit, mit denen Sie Ihren Fotos das Aussehen von früheren Aufnahmen verpassen können. Im Übrigen sind dabei nicht nur Farbfilmsimulationen an Bord, sondern auch Monochrom-Filme. Wie bei OM System üblich lassen sich bei der Aufnahme zudem auch digitale Filter hinzuschalten.
Physische Filter, die Sie auf das Objektiv schrauben müssten, können Sie sich somit sparen. Doch OM System konzentriert sich bei der OM 3 nicht nur darauf, Ihnen das Gefühl zu geben, mit einer Kamera aus den 1970er Jahren zu fotografieren. Technisch ist der MFT-Neuling nämlich auf dem aktuellen Stand. So ist die Kamera ausgestattet mit einem TruePic X-Bildprozessor und einem 20,37 Stacked BSI Live MOS-Sensor.

Optisch erinnert die OM-3 an die analoge Kamera Olympus OM-1, die im Jahr 1971 auf den Markt kam. Direkt über Tasten am Gehäuse lassen sich Live-Grau- und Grauverlaufsfilter zuschalten sowie HDR- und High-Res-Shots aufnehmen. Auch Filmsimulationen lassen sich direkt auswählen.
Hinzu kommt eine 5-Achsen-Bildstabilisierung, die in der Bildmitte bis zu 6,5 Blendenstufen kompensiert. An den Bildrändern liegt der Wert bei 5,5 Stufen. Kombinieren Sie die Kamera mit einem Objektiv, das ebenfalls stabilisiert ist, erhöhen sich die Werte auf bis zu 7,5 Blendenstufen. Ein weiteres Highlight der OM-3 ist ihre hohe Geschwindigkeit.
Bis zu 120 Bilder pro Sekunde nimmt sie im Serienbildmodus auf. Mit AF-C sind je nach verwendeten Objektiv maximal 25 beziehungsweise 50 Bilder pro Sekunde möglich, was ebenfalls noch sehr hohe Werte sind. So lässt sich die OM-3 durchaus auch für Sport- und Actionfotos verwenden.
Im Testlabor

In puncto Auflösung kommt die OM-3 nicht an absolute Topkameras heran. Auch zeigt sie trotz insgesamt sehr guter Bildqualität Schwächen bei der Detailtreue bei Aufnahmen mit hohen ISO-Werten. Dennoch verdient sie sich die Gesamtnote „sehr gut“, denn die Ausstattung sowie die Geschwindigkeit sind erstklassig.
OM System OM-3 Alternative: Panasonic Lumix DC-GH7

Das aktuelle Topmodell mit MFT-Sensor ist die Panasonic Lumix DC-GH7. Allerdings ist die Kamera als Hybrid-Lösung für Foto und Video ausgelegt, während die OM-3 hauptsächlich in der kreativen Fotografie zu Hause ist. Preis: 1865 Euro
Testurteil: 92,8%
DigitalPHOTO-Fazit
Mit der OM-3 präsentiert OM System eine Kamera, die vor allem Fotografinnen und Fotografen anspricht, die Wert auf eine stilvolle Kamera-Optik und kreative Funktionen bei ihrer Kaufentscheidung legen.
Die OM-3 bietet eine erstklassige Ausstattung und punktet auch mit ihrem schnellen Autofokus. Die Filmsimulationen und die digitalen Filter erweitern zudem die Möglichkeiten, kreativ und individuell zu fotografieren.