Enthält Affiliate-Links [Was ist das?]
Test

Nikon Z f im Test: Tradition trifft Moderne

Dass Nikon mit dem Retro-Design der neuen Z f den Nerv vieler Foto-Enthusiasten getroffen hat, bewies nicht zuletzt der große Andrang beim Stand des Herstellers auf der Photopia. Die Z f orientiert sich optisch an der legendären FM2. Doch unter der Haube hat sie wenig mit dem Klassiker gemein.

Nikon Z f im Test

Pro & Kontra 

+ Top-Bildqualität bei wenig Licht
+ schneller Bildprozessor
+ hochwertige Verarbeitung
+ zwei Speicherkarten-Steckplätze
+ kein 30 Min.-Limit bei Videos
- relativ geringe Auflösung

Bewertung

  • Bildqualität (40 %): 92,1 %
  • Ausstattung & Bedienung (35 %): 90,3 %
  • Geschwindigkeit (15 %): 92,2 %
  • Video (10 %): 90,3 %
  • Gesamtbewertung: SEHR GUT91,3 % 

Selten erlebt man bei einem Foto-Walk solch eine Aufmerksamkeit wie mit der neuen Nikon Z f. Immer wieder drehen sich Leute um und mustern die Kamera neugierig. Tatsächlich wirkt das Gerät auf den ersten Blick so, als wäre es aus dem Jahr 1983 ins Hier und Jetzt teleportiert worden. Und das ist natürlich kein Zufall.

Nikon hat sich beim Design und dem Bedienkonzept an seinem alten analogen Verkaufsschlager FM2 orientiert. Und so finden Sie auf der Kameraschulter wie früher bei Analogkameras üblich Einstellräder für alle wichtigen Kameraeinstellungen. Wer damals schon mit analogen Kameras fotografiert hat, wird sich schnell zurechtfinden.

Alles manuell einstellen

Wie bei analogen Kameras früher üblich stellen Sie bei der Nikon Z f alle wichtigen Kameraeinstellungen direkt auf der Gehäuseschulter ein. Hier finden Sie Wahlschalter nicht nur für das Aufnahmeprogramm, sondern auch für die Lichtempfindlichkeit, die Belichtungszeit sowie die Belichtungskorrektur.

Nimmt man die neue Nikon Z f in die Hand, ist man überrascht, wie schwer die Kamera trotz der recht kompakten Maße ist. Die 710 Gramm resultieren aus der hochwertigen Magnesiumlegierung des Bodys. Unangenehm wirkt das hohe Gewicht jedoch in der Praxis nicht, wie wir finden. Die Kamera liegt vielmehr gut in der Hand und bietet eine ausbalancierte Haptik.

Moderne Ausstattung

Statt einem Film wie bei der FM2 ist das Herzstück der Nikon Z f ein 24-MP-Vollformatsensor, der auch schon in der Z 6II verbaut wurde. Im Gegensatz zur Z 6II hat Nikon der Z f jedoch den neuen, schnellen Bildprozessor Expeed 7 spendiert, der auch in den Topmodellen Z 8 und Z 9 verwendet wird.

Auch den Autofokus mit Deep Learning und Motiverkennung hat die neue Z f von den Profimodellen übernommen. Allerdings kommt sie mit 299 auf eine deutlich geringere Zahl von Messfeldern. Dennoch zeigte sich der Autofokus im Test schnell und präzise. In puncto Bildqualität wusste die Nikon Z f im Test ebenfalls zu überzeugen.

Wem die Auflösung von 24 Megapixeln bei Aufnahmen nicht reicht, hat im Übrigen die Möglichkeit, den Pixel-Shift- Modus zu nutzen und so Fotos mit bis zu 96 Megapixeln Auflösung aufzunehmen. Die Z f ist die erste Nikon-Kamera, die diese Funktion mitbringt. Hierbei kombiniert die Kamera bis zu 32 Belichtungen zu einem hochauflösenden Foto.

Die Funktion eignet sich natürlich hauptsächlich für unbewegte Motive. Positiv fällt bei der Nikon Z f auch der Monitor auf, der im Gegensatz zu vielen anderen Modellen frei beweglich ist. So werden Aufnahmen aus allen erdenklichen Perspektiven möglich. Zudem können sich Vloggerinnen und Vlogger so selber sehen, während sie sich filmen.

Apropos Video: Hier liefert die neue Vollformatkamera zwar „nur“ maximal eine 4K-Auflösung, dafür aber bis zu 60 Bilder pro Sekunde und längere Aufnahmen als 30 Minuten. Diese künstliche Grenze ist in der Nikon nicht verbaut. Stattdessen sind, ausreichend Platz auf der Speicherkarte vorausgesetzt, Aufnahmen mit bis zu 125 Minuten Länge möglich.

Erwähnenswert bei der Nikon Z f ist zudem noch der integrierte Bildstabilisator, der acht Blendenstufen ausgleicht. In Kombination mit dem lichtstarken Vollformatsensor ergeben sich so beste Bildergebnisse auch bei schlechten Lichtverhältnissen – was sich in unserem Test ebenfalls bestätigte.

Alles in allem ist die Z f also ein deutliches qualitatives Upgrade zur kleinen optischen Schwester, der Z fc.

Nikon Z f Alternative: Fujifilm X-T5

Wenn Sie topmoderne Kameras mit Retro-Look und -Bedienung mögen, es aber kein Vollformat sein muss, ist auch die Fujifilm X-T5 einen Blick wert. Aktuell kostet das Topmodell unter den APS-C-Kameras rund 1800 Euro.

Testurteil: 90,5 %

DigitalPHOTO-Fazit

Mit rund 2500 Euro ist die neue Nikon Z f ganz sicher kein Schnäppchen. Dennoch werden viele Nikon- Fans schon aus Nostalgie-Gründen ganz sicher zugreifen. Dabei ist die Nikon Z f alles andere als nur eine Liebhaberkamera.

Die technische Ausstattung ist auf der Höhe der Zeit und die Leistungsdaten überzeugten in unserem Labor- und Praxistest. Wem das Bedienkonzept zusagt, wird mit der Nikon Z f seine Freude haben, davon sind wir überzeugt.

Lesetipp

Die 12 besten Kameras unter 1.000 Euro: Einsteigerkameras 2024

Möchten Sie von Ihrem Smartphone umsteigen und mit einer hochwertigen Systemkamera fotografieren? Dann sind Kameras der Einstiegsklasse für Sie... mehr

Mehr zum Thema