Lange haben viele Fotografinnen und Fotografen auf sie gewartet und nun ist sie endlich da: die Nikon Z 8. Die Kamera, die laut Hersteller technisch auf dem Niveau der großen Schwester Z 9 angesiedelt ist, doch dafür deutlich kompakter, leichter und auch günstiger sein soll. Wir haben für Sie getestet, ob die neue Kamera die hohen Erwartungen rechtfertigen kann und ob sie von uns eine Kaufempfehlung bekommt.

Nikon Z 8 im Test
Pro & Kontra
+ Sehr gute Bildqualität
+ Kompaktes, robustes Gehäuse
+ Ausstattungsreicher Autofokus
+ Sehr guter Sucher und Monitor
+ Video in bis zu 8K/60p
+ Deutlicher Preisunterschied zur Z 9
- Kein GPS integriert
- Ethernet nur über Adapter
Bewertung
- Bildqualität (40 %): 92,7 %
- Ausstattung & Bedienung (35 %): 93,8 %
- Geschwindigkeit (15 %): 96,3 %
- Video (10 %): 99,3 %
- Gesamtbewertung: SUPER, 94,3 %
Schaut man sich in den Fotostudios der Profis um, oder am Spielfeldrand bei Spielen der Fußballbundesliga, ist eine Kamera allgegenwärtig: die Z 9 von Nikon, die wohl eines der beliebtesten Arbeitstiere der Profifotografinnen und -fotografen ist. Doch auf die Idee, eine Z 9 mit zu einem Städtetrip oder einer Wanderung durch die Berge zu nehmen, würden wohl trotzdem nur die wenigsten kommen.
Zu schwer und aufgrund des festbauten Hochformatgriffs zu klobig, präsentiert sich das Flaggschiff von Nikon. Und so verwundert es nicht, dass sich viele schon seit langem eine kompaktere, reisetaugliche Alternative wünschen, die qualitativ auf dem Niveau der Z 9 ist. Und genau diesen Wunsch soll die neue Z 8 nun erfüllen.
Mit Blick auf die wichtigsten technischen Details, erkennt man zunächst tatsächlich keinen Unterschied zwischen Z 8 und Z 9. Beide Kameras bringen einen Vollformatsensor mit, der mit effektiv 45,4 Megapixeln auflöst. Hierbei wurde bei der Z 8 im Übrigen der gleiche Stacked BSI-CMOS-Sensor verbaut wie in der Z 9.
Auf einen mechanischen Verschluss hat Nikon auch bei der neuen Kamera verzichtet. Der elektronische Verschluss erlaubt kurze Belichtungszeiten von bis zu 1/32.000 Sekunden. Auch die Serienbildgeschwindigkeit ist identisch. Bis zu 30 Bilder pro Sekunde schafft die Nikon Z 8 in voller Auflösung; in reduzierter Auflösung sogar bis zu 120 Bilder pro Sekunde. Damit eignet sich die Z 8 also genauso gut als Sport- und Actioncam wie die Z 9.
Im Praxistest fiel bei der Nikon Z 8 vor allem die Qualität des elektronischen Suchers positiv auf. Bei dem hellen, kristallklaren und messerscharfen Bild, das der Sucher dank einer Helligkeit von 3.000 Nits und 3,68 Mio. Bildpunkten bietet, werden auch Fotografinnen und Fotografen, die traditionell eher optische Sucher bevorzugen, ihre helle Freude haben.
Bei unserem Streifzug mit der Kamera durch den Düsseldorfer Medienhafen zeigte die Kamera einen weiteren Pluspunkt. Dank des vergleichsweise geringen Gewichts und der kompakten Maße lässt sie sich problemlos auf Fototouren verwenden und ist nicht nur auf stationäre Einsätze beschränkt.
Zum Vergleich: Die Z 8 ist mit einem Gewicht von 910 Gramm sogar leichter als ihre DSLR-Vorgängerin, die D850, die ebenfalls als mobile Profikamera am Markt platziert wurde. Im Vergleich zur Z 9 ist das Gehäuse der Z 8 um rund 30 Prozent kompakter. Allerdings müssen Sie dafür auch einen Preis zahlen.
So stattet Nikon die Z 8 mit einem kleineren Akku (EL15c) aus, der nach CIPA-Standard 320 Aufnahmen schafft – und damit erheblich weniger als die Nikon Z 9 (ENEL18d). Wer ohne Akkutausch länger fotografieren möchte, kann bei der Z 8 zum optional erhältlichen Batteriegriff greifen, verliert damit aber gleichzeitig natürlich den Vorteil der Kompaktheit der Kamera!

Anders als bei der Z 9 verzichtet Nikon bei der Z 8 auf einen festverbauten . Damit wird der Body leichter und kompakter. Bei der Bedienung hingegen sind sich beide Modelle sehr ähnlich.
1 | Identische Bedienung: Das Bedienkonzept der Nikon Z 8 entspricht bis auf wenige Ausnahmen dem der großen Schwester Z 9.
2 | Ohne Aufklappblitz: Wie bei Profikameras üblich, bringt die Nikon Z 8 keinen Aufklappblitz mit, sondern einen Zubehörschuh.
3 | Schulterdisplay: Alle relevanten aktuellen Kameraeinstellungen können Sie auf dem kleinen Schulter-Display ablesen.
4 | Scharfer Sucher: Der OLED-Sucher misst 0,5 Zoll, löst 3,69 Mio. Bildpunkte auf und bietet eine 18-stufige Helligkeitssteuerung.
5 | Monitor mit Kippfunktion: Der 3,2 Zoll große Touch-Monitor mit 100 Prozent Bildabdeckung lässt sich vertikal und horizontal neigen.
6 | Nächtliche Beleuchtung: Praktisch: Die wichtigsten Bedientasten lassen sich nachts auf Wunsch beleuchten. Das hilft bei der Orientierung.
Wo liegen die Unterschiede zur Nikon Z 9?

Der zunächst einmal offensichtlichste Unterschied zwischen der Z 8 und der Z 9 ist neben den Abmessungen und dem Gewicht der Gerätepreis. So kostet die Z 9 aktuell 5.999 Euro im Handel, während die Z 8 schon für 4.599 Euro zu haben ist. Ein Preisunterschied von 1.400 Euro also!
Tatsächlich ist die Z 8 ihrer großen Schwester in einem Punkt sogar technisch voraus. So kann sie als erste Nikon-Kamera überhaupt Fotos im HEIF-Format speichern. Das Bildformat ist platzsparender als das JPG-Format und bietet zudem einen deutlichen Qualitätsvorteil.
Aktuell wird HEIF jedoch noch nicht von allen gängigen Fotosoftwares unterstützt, was zu Nachteilen im Workflow führen kann. Verzichtet hat Nikon bei der Z 8 auf ein integriertes GPS-Modul. Um Ihre Fotos mit Geotags zu versehen, brauchen Sie also die Verbindung zum Smartphone.
Ebenfalls nicht mit an Bord der Nikon Z 8 ist eine Ethernet-Schnittstelle. Wer den kabelgebundenen Netzwerkanschluss jedoch unbedingt benötigt, kann diesen per USB-C-Adapter nachrüsten. Insgesamt zwei USB-C-Anschlüsse stehen Ihnen bei der Nikon Z 8 zur Verfügung.
Ein weiterer Unterschied: Nikon setzt bei der Z 8 auf einen CFexpress- und einen SD-Karten-Slot. Bei der Z 9 hingegen haben Sie Platz für zwei schnelle CFexpress-Karten.
Gemeinsamkeiten der Nikon Z 8 und Nikon Z 9

Ansonsten eint die beiden Kameras mehr, als sie trennt. So bringt die Z 8 viele Funktionen mit, die Sie schon von der Z 9 kennen. Ein praktisches Detail etwa: Die Tasten auf dem Gehäuserücken lassen sich beleuchten. Das hilft bei der Orientierung, wenn Sie in der Dämmerung oder nachts fotografieren.
Damit Sie bei Actionfotos und spontanen Schnappschüssen nicht den entscheidenden Moment verpassen, bringt die Kamera die Funktion Pre-Release-Capture mit, die unter anderem Namen auch fast alle aktuellen Modelle anderer Hersteller aufweisen. Dank dieser Funktion nimmt die Kamera automatisch schon eine Sekunde vor dem Auslösen auf.
Videoprofis werden sich darüber freuen, dass die Nikon Z 8 genau wie ihre große Schwester in 8K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufnimmt. Mit Nikon-Codec lassen sich die Videos sogar im verlustfreien Raw-Videoformat aufzeichnen.
Einziger Nachteil: Aus Platzgründen konnte Nikon bei der Z 8 keinen leistungsfähigen Lüfter im Gehäuse verbauen, der den Sensor während der Aufnahme kühlt. Deshalb ist die maximale Aufzeichnungsdauer bei hohen Auflösungen geringer als bei der Z 9. Wer hier maximale Flexibilität möchte, sollte also nach wie vor zum großen Flaggschiff von Nikon greifen.
Gutes Handling
In unserem Praxistest fiel vor allem das Handling der Z 8 sehr positiv auf. Das kompakte Gehäuse liegt gut in der Hand, lässt sich leicht transportieren, ist aber nicht zu klein, als dass die Balance bei einem angelegten, schweren Objektiv leiden würde. Ein besonderes Highlight der Kamera ist der ausgesprochen helle und scharfe elektronische Sucher, bei dem sich sämtliche Details problemlos erkennen lassen.
Auch im Labortest gönnte sich die Nikon Z 8 keine Aussetzer und landete in der Bewertung nur knapp hinter ihrer großen Schwester, der Nikon Z 9. Insbesondere in den Bereichen Bild- und Videoqualität liegen jedoch beide Kamera auf einem ähnlichen, sehr hohen Niveau. Bleibt die Frage, für wen die Neuvorstellung nun die ideale Kamera ist. Ganz sicher für alle, die in Bezug auf Qualität und Ausstattung keine Kompromisse eingehen wollen, gleichzeitig aber Wert auf ein kompaktes Gehäuse legen.
Nikon Z 8 Alternativen: Sony Alpha 1, Nikon Z 9 und Canon EOS R3
Das Duell der Giganten ist bis zum letzten Testparameter spannend. Am Ende kann sich die Canon EOS R3 vor der Nikon Z 9 durchsetzen – allerdings beträgt der Vorsprung gerade einmal 0,4 Prozent. Beide Kameras legen die Messlatte bedeutend höher als ihre Schwestermodelle und verdienen so die Empfehlung für alle Vollprofis, die auf der Suche nach einer Vollformat-CSC mit Vollausstatung sind.
Die Sony Alpha 1 überzeugt ebenso mit ihrer Kombination aus Geschwindigkeit, Autofokusleistung, unterbrechungsfreiem Sucher und 8K-Video. Sie präsentierte sich im Test als echter Allrounder für professionelle Fotografen und Filmer. Haptik und Verarbeitung überzeugten ebenso wie die Bild- und Videoqualität.
DigitalPHOTO-Fazit
Mit der Z 8 ist Nikon ohne Zweifel ein großer Wurf gelungen. 1.400 Euro günstiger als die Z 9, deutlich kompakter und dennoch nur wenige relevante Abstriche gegenüber dem Flaggschiff. Da muss man kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die Z 8 im Profisegment aus dem Stand heraus viele Fotografinnen und Fotografen mit ihren Argumenten überzeugen wird – als Ersatz zur alten DSLR oder als Ergänzung zu einer wuchtigen Profikamera wie der Nikon Z 9.