Mit seinen Bildern von Luchsen möchte Tierfotograf Julius Kramer Emotionen und Verständnis für die seltenen Kleinkatzen wecken. Dafür installiert er Kamerafallen inmitten der bayerischen Wildnis. In diesem Artikel erklärt der Profi, wie auch Sie scheue und seltene Tiere dokumentieren.

In unzugänglichen Felsgebieten zwischen Großem Arber und Bad Kötzting im Bayerischen Wald installiert, halten die Kamerafallen von Julius Kramer im Schnitt alle acht Wochen einen Luchs im Blitzlicht fest, der durch die Lichtschranke oder den Bewegungsmelder streunt.
Neben den Kleinkatzen geht natürlich auch allerlei „Beifang“ in die Kamerafalle. Von Garten- und Siebenschläfer über Wiesel und Waschbär bis hin zu Wildschwein und Reh hatte der Fotograf schon alles auf dem Sensor, was die Fauna im Bayerischen Wald so hergibt.
So fotografieren Sie Wildtiere mit einer Kamerafalle
Heimischen, samtpfotigen Waldbewohnern ein Gesicht geben und das positive Image des Luchses stärken: Das ist das Ziel von Julius Kramer (www.fokusnatur.de) – und seinen Kamerafallen. Um die schönen und seltenen Kleinkatzen in guten Bildern zu dokumentieren und dem Menschen somit näherzubringen, installierte und „betreibt“ der Fotograf in Zusammenarbeit mit dem „Luchs Bayern e.V.“ mehrere DSLR-Kamerafallen im Oberen Bayerischen Wald.
Mit Geduld und Erlaubnis
Möchte man einen Luchs mit einer Kamerafalle im Bild einfangen, benötigt man laut Julius Kramer vor allem eins: „schrecklich viel Geduld“. So kommt im Schnitt nur alle acht Wochen ein Luchs an der Kamera vorbei und wenn dann nicht alles stimmt, gibt es zwar ein Foto, aber nicht das gewünschte Ergebnis.
Vor allem technische Defekte, zum Beispiel durch Mäuse, die Kabel durchbeißen oder Spinnen die ihre Netze vor der Linse bauen, sorgen häufig für Probleme in der Kamerafallenfotografie. Zudem braucht man eine Genehmigung:
„Nicht jeder darf einfach eine Kamerafalle in der Natur platzieren und diese dort stehen lassen – je nach Bundesland gibt es dafür Vorschriften. In Bayern genügt es beispielsweise, Rücksprache mit dem Grundstückseigentümer zu halten, und es ist auch sinnvoll, den Jagdpächter zu informieren“, so Kramer.
Dieser arbeitet eng mit Biologen zusammen, die das staatliche Monitoring durchführen und hat somit eine offizielle Genehmigung für seine Kamerafallen.
Schritt für Schritt: So installieren Sie eine Kamerafalle im Wald
1. Der passende Standort

Geeignet, um eine Kamerafalle aufzubauen, sind alle Stellen, die für Tiere interessant sind. Und da meist weitwinklig gearbeitet wird, sollte natürlich auch die Landschaft fotografisch attraktiv sein. Ein Muss: Informieren Sie sich über lokale Bestimmungen und, ob Sie in Ihrem Bundesland eine Genehmigung brauchen, um eine Kamerafalle zu installieren.
2. Die Ausrüstung

Das Herz von Julius Kramers Kamerafallen-Aufbau stellt eine Standard-Spiegelreflexkamera in wasserdichter Box dar, die entweder mit einer Lichtschranke oder einem Bewegungsmelder ausgelöst wird. Zudem kommen bis zu fünf Blitze mit Standby-Modus zum Einsatz, die je nach Location kabelgebunden oder per Funkauslösung gesteuert werden.
3. Die Kamera vorbereiten

In Sachen Belichtung empfiehlt Julius Kramer eine manuelle Einstellung aller Komponenten; dabei gilt es, einen guten Kompromiss für Tag, Nacht, Regen und Schnee zu finden. Dann heißt es warten. Julius Kramer kontrolliert seine Kamerafallen alle vier bis sechs Wochen: Akku tauschen, Linse putzen, Ausrichtung nachjustieren und Bilder sichten.

Der Vorteil einer Kamerafalle: Auch besonders scheue und seltene Wildtiere wie zum Beispiel Luchse lassen sich im Bild einfangen und dokumentieren. „Live“ hatte Julius Kramer leider noch nicht das Glück, einen frei lebenden Luchs mit seiner Kamera abzulichten:
„Ich bin den Tieren aber oft nahe gekommen, zum Beispiel habe ich bei Schnee frische Spuren gefunden, die noch nicht eingeschneit waren“, verrät der Wildlife-Fotograf.