RAW gilt als das Bildformat der Profis und Wunderwaffe, die faszinierende Details sowie maximale Flexibilität und Kontrolle in der Bildbearbeitung verspricht. Wir haben mit Simone Cmoon gesprochen und erfahren: Zieht die Fotografin in die Nacht, ist RAW unerlässlich.

Astroaufnahmen bei Nacht
Nur mit den Rohdaten kann Simone Cmoon das volle Potenzial ihrer aufwendigen Astrofotos in der Nachbearbeitung ausschöpfen. Wir haben uns weitere Tipps bei der Fotografin eingeholt.
Frau Cmoon, welche Vorteile bietet RAW bei Astro und Nacht im Vergleich zu JPEG?
RAW liefert den größten Spielraum für die Nachbearbeitung. Und dieser ist für professionelle Bilder – gerade bei Low- Light-Situationen wie in der Nacht – sehr wichtig, da das komplette Foto verlustfrei abgespeichert wird. Mittels Bildbearbeitung kann das Maximum aus den Daten herausgearbeitet werden, da die aufgenommenen Daten jedes Pixels in voller Auflösung zur Verfügung stehen.
Ein RAW zu bearbeiten, ist wie Kochen mit frischen Zutaten, welche beim Transport auch mehr Platz benötigen. Dafür kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und ein hochwertiges Gericht kreieren. Ein JPEG nachträglich zu entwickeln, wäre dann eher wie ein Fertiggericht, das man verbessern möchte. Der Grundgeschmack, die Konsistenz und die Menge sind bereits definiert, viel Raum für Veränderung besteht jedoch nicht.
Ist RAW Ihrer Meinung nach also immer die bessere Wahl für Nacht- und Astrofotos?
Ja, definitiv. Außer, man möchte möglichst wenig Speicherplatz pro Bild auf der Speicherkarte besetzen, das Foto sowieso nicht bearbeiten und es direkt aus der Kamera versenden oder im Internet publizieren.
Wie ist dieses Bild entstanden?
Das mehrreihige Panorama habe ich bei den Cinque Torri in Italien aufgenommen. Dabei erstellte ich für jeden Ausschnitt mehrere Fotos mit Fokus an unterschiedlichen Stellen. Zudem wurden die Blumen im Vordergrund mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet.
In Lightroom habe ich dann den Weißabgleich angepasst, den Kontrast leicht erhöht und die Bilder dezent nachgeschärft. Danach öffnete ich alle Fotos in Photoshop in einem Projekt als Panorama. Die einzelnen Bildbereiche bearbeitete ich mit separaten Ebenen, um jedem Bereich das ideale Aussehen zu geben.

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