Der Anblick einer Berglandschaft im Abendlicht fasziniert Sandra Eigenheer immer wieder aufs Neue. Vor allem, wenn das Wetter für Nebel sorgt, ist die Fotografin mit Kamera und Drohne unterwegs.

Bergwelten im Nebellicht fotografieren
Für Sandra Eigenheer sind die Berge der Inbegriff der Natur. Das Wilde, die Freiheit und die Einsamkeit, aber vor allem auch das Unberechenbare faszinieren die Naturfotografin aus der Schweiz:
„Interessant sind für mich in den Bergen insbesondere Wetterwechsel, also aufziehende oder abziehende Wolkenfronten. Bei nassen Verhältnissen und feuchter Luft steigt zudem die Chance auf Nebel. Diese Bedingungen schaffen häufig tolle, atmosphärische Lichtstimmungen. Natürlich muss man dabei immer die Gefahr durch das Wetter wie Gewitter oder Starkregen – mit möglichen Geländeinstabilitäten – im Kopf behalten und abwägen, ob eine Fototour auch sicher genug ist“, so die Fotografin.
Die konkrete Planung unmittelbar vor einem Shooting beginnt aus diesem Grund immer mit einem Blick auf das Wetter. Dabei vergleicht sie mehrere Wetter-Apps wie zum Beispiel Meteoblue, um die Sicherheit zu maximieren: „Gerade bei Gewitterneigung bin ich sehr vorsichtig. In der Regel bin ich auch nicht alleine in den Bergen unterwegs, sondern meist mindestens zu zweit.“
Und auch bei der Wanderausrüstung legt Sandra Eigenheer Wert auf Sicherheit und Stabilität: „Meist trage ich feste, hohe Wanderschuhe – manchmal auch Wanderstöcke. Zudem sind Regenjacke und -hose immer dabei. Für Shootings in der kalten Jahreszeit haben sich Funktionsunterwäsche und Primaloft Jacken bewährt.“

Das Bild einer kleinen Baumgruppe (siehe oben) im Engadin im Kanton Graubünden in der Schweiz zeigt, dass neben dem Weitwinkel- auch das Teleobjektiv bei einem Ausflug in die Berge einen Platz in der Fototasche finden sollte:
„Nach einer Fototour im Wald, wobei vor allem Eichhörnchen und Eichelhäher das Ziel meiner Begierde waren, konnte ich auf dem Rückweg die umgebenden Berge im winterlichen Gewand bestaunen.In den Höhen blies ein kräftiger Wind, wodurch der frische Schnee immer wieder punktuell aufgewirbelt wurde. Sonnenlicht brachte diese Verwehungen stimmungsvoll zum Leuchten. Zum Glück hatte ich noch das Canon EF 100–400mm f/4.5–5.6L IS II USM an der Kamera montiert und konnte schnell reagieren“, erzählt die Fotografin.
Schritt für Schritt: Bergpanorama mit der Drohne fotografieren
1. Motive im Vorfeld planen
Hat Sandra Eigenheer eine Bildidee an einem Fotospot im Kopf, konkretisiert sie diese mit Apps wie Planit Pro und TPE (the photographers‘s ephemeris) bezüglich Jahreszeit und Standort. Schon im Voraus stellt sie sich dann auch eine mögliche Tour zur Location zusammen – meist mit der Wander-App Outdooractive:
„Dabei schaue ich, wie viele Höhenmeter zu bewältigen sind, wie viel Zeit ungefähr benötigt wird und wo ich mein Zelt aufstellen kann und darf. Hierfür nutze ich auch die Swisstopo-Karten, auf denen auch Wildruhe- und Naturschutzzonen eingezeichnet sind. In diesen ist das Zelten nämlich verboten“, erläutert die Fotografin und fügt hinzu:
„Außerdem informiere ich mich, ob ich an dem Fotospot mit der Drohne fliegen darf. Die Schweiz bietet hierfür eine Drohnenkarte als App an. Das gilt übrigens für viele europäische Länder.“
2. Ausrüstung anpassen
Dieses eindrucksvolle Bergpanorama nahm Sandra Eigenheer in der Schweiz im Kanton Uri auf. Ihr Ziel: Ein Foto der auf einem Berggrat in die Höhe ragenden Felsformationen im Gegenlicht der untergehenden Sonne. Gegen Abend an der Location angekommen, zog schon bald Nebel auf, der die Landschaft mystisch einhüllte.
Da die Sonne von dem Standort der Fotografin aus von den Felsen verdeckt wurde, startete sie die Drohne DJI Mavic 2 Pro. „Wie so oft war ich erstaunt, wie anders die Landschaft durch die erhöhte Perspektive aussah. Es ergaben sich neue, tolle Motive – mit freier Sicht auf die untergehende Sonne“, erinnert sich Sandra Eigenheer.
3. Kontraste meistern
Die Lichtverhältnisse waren sehr herausfordernd, da die Felsen im Schatten lagen und Sandra Eigenheer direkt gegen die Sonne fotografierte:
„In solchen Situationen mache ich gerne Belichtungsreihen. Dadurch werden zur korrekten Belichtung je nach Einstellung eine oder mehrere Über- und Unterbelichtungen aufgenommen, um auch die dunkelsten und hellsten Stellen korrekt belichtet zu bekommen. In der Nachbearbeitung kann man die Belichtungen miteinander verrechnen. Oft nutze ich aber auch nur ein Einzelfoto, da die Kamera die Kontraste erstaunlich gut meistert. Eine Auswahl an Belichtungen hilft dennoch, da die Beurteilung am Display schwierig ist. Arbeitet man mit einer normalen Kamera vom Boden aus, kann man den Dynamikumfang mit einem Grauverlaufsfilter bereits etwas reduzieren“, verrät die Fotografin.

Die Naturfotografie ist für Sandra Eigenheer eine Leidenschaft und damit ein wichtiger und wertvoller Bestandteil ihres Lebens geworden. Angefangen hat alles vor vielen Jahren mit einer Reise durch Australien. Während dieser Zeit hat die Fotografin wunderschöne Orte und Situationen erlebt und in ihr wuchs der Wunsch, diese magischen Momente in einem Bild für immer festhalten zu können.
Nun, viele Jahre später, ist sie so oft wie möglich mit ihrer Kamera draußen in der Natur unterwegs. Mit ihren Bildern möchte Sandra Eigenheer zeigen, was sie an unserer Natur fasziniert, wie sie diese erlebt und wie wertvoll sie für sie ist!
Web: www.sandraeigenheer.ch | Instagram: @sandra_eigenheer_photography