Kontraste sind ein beliebtes Gestaltungsmittel in der Fotografie, denn sie können aus einem durchschnittlichen Motiv einen echten Hingucker werden lassen. Wer die Logik dahinter versteht, weiß, Kontraste geschickt anzuwenden. Wir zeigen Ihnen, wie das geht. Nach der Theorie heißt es dann nur noch: ausprobieren! Sie werden erstaunt sein, wie viele Kontraste Sie plötzlich entdecken.
Canon EOS 5D Mark II , 200mm, F/13, ISO 640, Belichtungszeit 1/200s (Bild: Fotolia)
Hell-Dunkel-Kontrast
Wenn ein Element im Bild besonders hervorgehoben werden soll, kann der Hell-Dunkel-Kontrast helfen. Er sorgt unter anderem für Plastizität. Helle Flächen heben sich von dunklen gut ab. Der Hell-Dunkel-Kontrast gehört zu den Farbkontrasten, obwohl es in erster Linie gar nicht zwingend um Farbeindrücke geht, sondern um deren Intensität oder mit anderen Worten, um ihre Helligkeit. Interessant ist hierbei, dass der Hell-Dunkel- Kontrast auf bunte Bilder ebenso angewendet werden kann, wie auf schwarzweiße Aufnahmen, denn sobald Farben unterschiedlicher Helligkeit aufeinandertreffen, entsteht ein solcher Kontrast. Dabei darf die Frage gestellt werden, ob Schwarz und Weiß überhaupt zu den Farben gezählt werden. Für die Antwort hilft der schöne Begriff „unbunt“:Sowohl Schwarz als auch Weiß und Grau gehören zu den unbunten Farben. Da der Hell-Dunkel-Kontrast besonderes gern in der Schwarzweiß-Fotografie seine Anwendung findet, ist er für Fotografen sehr wichtig. Das Spiel mit Lichtkontrasten wurde bereits in Grafik und Malerei der Spätrenaissance eingesetzt. Als Chiaroscuro (aus dem Italienischen, „hell-dunkel“) wurde dabei das damals neu entwickelte Gestaltungsmittel bezeichnet, das sich durch starke Hell-Dunkel-Kontraste hervorhob. Helle Farben streben nach vorn, dunkle eher nach hinten (bei Silhouetten eher umgekehrt). Die daraus resultierende Plastizität verleiht dem Bild Tiefe, Konturen heben sich deutlich voneinander ab.
Warum funktioniert unser Beispielfoto so gut?
Venedig ist ohne Gondeln nicht vorstellbar. In diesem Foto wurde das Boot besonders gut integriert. Die Kirche Santa Maria della Salute ist ein Wahrzeichen von Venedig. Bei diffusem Licht wirkt das Bauwerk fast unscheinbar. Hier bietet sie den hellen Hintergrund für die Gondel. Durch die wie eine Silhouette dargestellte Gondel wirkt das Bild plastisch. Dunkle und helle Flächen trennen sich klar voneinander ab, die Konturen sind dadurch gut zu erkennen.
Sie machen jedes Foto zum absoluten Hingucker: starke Farbkontraste! Dabei stellen Farbkontraste nur eins der möglichen Motive von Kontrast-Varianten dar, die wir in unserer Umgebung entdecken können und die als Stilmittel in der Fotografie eingesetzt werden können, um spannende Bilder zu erzeugen.
Kontraste helfen dabei, Motiven eine stärkere Wirkung zu verleihen. Sie können unsere Aufmerksamkeit lenken.
- Lars Kreyssig (FotoEASY-Autor)
Ob Hell-Dunkel- oder Warm-Kalt-Kontrast, jegliche Form von Kontrast erzeugt Aufmerksamkeit und lässt den Blick des Betrachters auf einem Bild verweilen. Es gibt sie nicht nur auf gestalterischer Ebene, beispielsweise erzeugt durch unterschiedliche Farben und Helligkeiten – auch inhaltliche Kontraste machen ein Foto gleich viel interessanter. Wählen Sie also gegensätzliche Motive und suchen Sie nach starken Farben.
Wer den Umgang mit Kontrasten versteht, geht gezielter und bewusster auf Motivsuche.
- Tim Herpers (FotoEASY-Autor)
Unsere Umgebung ist voll von Kontrasten, Sie müssen nur genau hinsehen! Versuchen Sie unsere Tipps zukünftig zu beherzigen und erzielen Sie einzigartige und starke Bilder. Und sollte Ihnen mal nicht direkt ein Kontrast, wie beispielsweise ein deutlicher Farbkontrast, ins Auge springen, suchen Sie einfach nach anderen auffälligen Motiven. Die meisten spannenden Motive beinhalten nicht selten auf den zweiten Blick doch etwas Konträres, das Sie in Ihren Fotos festhalten können!