Miriam Bennouna arbeitet als Fotografin und Dozentin in der Schweiz. In unserem Kurzinterview erzählt sie von einem Projekt, welches sie seit circa drei Jahren begleitet.

10 Fragen an Miriam Bennouna
1. In welchem Kontext ist das Bild entstanden?
Durch mein Studium zur Kunsttherapeutin habe ich mich mit Farben und ihrer Wirkung beschäftigt. Die hier gezeigten Primärfarben sind für mich eine Art Grundstein von Vielfalt, welcher durch die Spiegelung in einen anderen Zusammenhang gebracht wird. Die Spiegelung gibt einem das Gefühl, dass es Wasser sein könnte, welches unser Lebensursprung ist.
2. Ist das kein Wasser im Vordergrund?
Die weiße Tischplatte im Vordergrund ist lackiert und hat eine leicht wellige Struktur. Mit der richtigen Beleuchtung konnte ich so den Eindruck von Wasser erzeugen.
3. Wie war der Lichtaufbau?
Außerhalb der linken Bildseite, zwischen Tisch und Wand, war ein Blitz mit einem Standardreflektor platziert. Dieser durfte nur auf dem farbigen Karton an der Rückwand das Licht werfen. Auf den Tisch durfte kein direktes Licht kommen, da es sonst die Spiegelung auf dem Tisch verfälscht hätte. Die zweite Lichtquelle war eine LED-Taschenlampe, welche ich direkt von oben über das Glas hielt.
4. Wie lange dauerte das Shooting?
Die Entwicklung der Bildidee und des richtigen Bildaufbaus hat am Ende länger gedauert, als das Bild effektiv zu fotografieren. Beim Fotografieren musste ich mit der Taschenlampe oder einer anderen Lichtquelle die richtige Lichtposition suchen, um das Gefühl von Wasser zu erzeugen. Dies benötigte einige Versuche.
5. Wurde das Bild später noch bearbeitet?
Sehr wenig. Ich möchte alles so perfekt wie möglich fotografiert haben und bearbeite nur wenig in Photoshop.
6. Fotografieren Sie gern Stillleben?
Die Stillleben-Fotografie ist eine meiner großen Leidenschaften. Ich experimentiere aber auch gerne mit Lightpaintings.
7. Seit wann fotografieren Sie?
Die Fotografie habe ich in meiner Kindheit entdeckt. Als junge Erwachsene habe ich sie wieder intensiver verfolgt und angefangen zu modeln. So intensiv wie heute betreibe ich die Fotografie, ob vor oder hinter der Kamera, seit circa zwanzig Jahren.
8. Heute bieten Sie Fotokurse an, richtig?
Zusammen mit meinem Kollegen Martin Zurmühle biete ich seit 2012 einen zweijährigen Fotografie-Lehrgang an sowie weitere themenspezifische Tageskurse. Auch doziere ich an anderen Einrichtungen zu verschiedenen fotografischen Themen.
9. Auf was achten Sie beim Fotografieren?
Ein gutes Bild hat einen ausgewogenen Bildaufbau, einen passenden Kontrast oder Farbharmonie und eine aussagekräftige Geschichte. Auch sollte man sich in das Bild hineinversetzen können und seine eigene Interpretation finden.
10. Wie wichtig sind Ihnen Farben?
Farben sind meiner Meinung nach in der Fotografie so wichtig wie Licht und Schatten. Noch dazu haben Farben in der Gefühlswelt ihre eigene Bedeutung. Für mich sind Farben ein Ausdruck der Seele.

Miriam Bennouna arbeitet als Fotografin und Dozentin in der Schweiz. Ein Projekt, das sie seit circa drei Jahren begleitet, ist die „beschränkte Leu(ch)te“. Diese Kunstserie beschäftigt sich als metaphorische Versinnbildlichung mit der „beschränkten“ Sicht eines Menschen auf die Dinge.
Instagram: @miriam_bennouna_stilakademie
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