Naturfotograf, Naturschützer, Hobby-Ornithologe, Vogelberinger, Young Scientist und vieles mehr: Hannes Bonzheim lebt für die Natur und ihre Artenvielfalt. Besonders angetan hat es dem 20-jährigen Kaiserstühler dabei die bunte Welt der Vögel, die er in fantastischen Fotos mit der Öffentlichkeit teilt.

Hannes Bonzheim im Interview
Hannes Bonzheim hält die Natur und ihre facettenreiche Tierwelt nicht nur in Bildern fest. Er studiert sie, vermittelt sein gesammeltes Wissen an andere Interessierte und setzt sich damit für ihren Schutz ein. Für seine Beobachtungen verbringt er sehr viel Zeit draußen – direkt vor der Haustüre und in weiter Ferne.
DigitalPHOTO: Vielleicht können Sie sich zu Beginn kurz vorstellen?
Hannes Bonzheim: Gerne. Mein Name ist Hannes Bonzheim, ich bin 20 Jahre alt und komme vom Kaiserstuhl im Südwesten von Baden-Württemberg. Ich bin Buchautor, ICARUS-Botschafter und Young Scientist am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, selbstständig aktiver Vogelberinger der Vogelwarte Radolfzell, ehrenamtlich für das Naturzentrum Kaiserstuhl aktiv, Hobby-Ornithologe, Naturschützer und Naturfotograf.
Ich präsentiere regelmäßig Vorträge, leite Führungen sowie Workshops und halte nun schon seit 2018 – also seit sechs Jahren – die faszinierende Artenvielfalt der Natur in Bildern fest und verwende sie für die Öffentlichkeitsarbeit. 2022 veröffentlichte ich gemeinsam mit meinem guten Freund und Naturfotograf Matthias Futterer mein zweites Buch „Die magische Welt unserer Vögel“ (siehe blauer Kasten weiter unten).
Wie sind Sie zur Fotografie gekommen? Und welche Ausrüstung nutzen Sie aktuell?

Seit ich ein kleiner Junge war, habe ich mich für die Natur und insbesondere die Vogelwelt begeistert. Als ich dann im Alter von 15 Jahren Konfirmation hatte, kaufte ich mir meine erste kleine Kamera, damals eine Canon 200D, und neben der Leidenschaft für die Natur entwickelte sich damit die Leidenschaft für die Fotografie. Mittlerweile nutze ich die Canon R6 Mark II zusammen mit dem Supertelezoom-Objektiv Sigma 150–600mm F5–6,3 DG OS HSM | Sports. Ich liebe es, Zeit in der Natur zu verbringen und sie in ihren unglaublich vielen, unterschiedlichen Facetten zu erleben.
Für Ihre Fotografie und Tierbeobachtungen sind Sie viel rumgekommen: Wie viele Länder haben Sie schon bereist und wie viele Vogelarten bereits fotografiert?
Ich habe mittlerweile 17 Länder bereist. Die meisten davon liegen in Europa, aber auch in Nord- sowie Südamerika und Afrika. Meine Highlights: die Galapagos-Inseln, die zu Ecuador gehören und auf denen ich mehrere Monate als Volunteer gearbeitet habe.
Außerdem Costa Rica, wo ich insgesamt fünf Monate verbringen durfte, und Norwegen, das ich mit zwei guten Freunden auf einem Roadtrip erkundet habe. Knapp 500 Vogelarten konnte ich bereits beobachten und fotografieren. Ich reise, um meinen Horizont zu erweitern.
Deshalb ist es mir auch sehr wichtig, neben der Natur und Artenvielfalt die Menschen und deren Kulturen besser kennenzulernen. So konnte ich auf Reisen schon viele Freundschaften knüpfen, einiges lernen sowie wichtige Erfahrungen für mein Leben sammeln, wofür ich sehr dankbar bin.
Und wo sind Sie in Deutschland besonders gerne zum Fotografieren unterwegs?

Wohnortsbedingt bin ich eher im Süden von Deutschland unterwegs, aber an sich habe ich keine bestimmten Regionen in Deutschland, die es mir besonders angetan haben. Es spielt für mich keine große Rolle, wo ich draußen in der Natur unterwegs bin. Wenn man sich darauf einlässt, gibt es überall etwas Spannendes zu entdecken! Das macht für mich den Reiz aus.
Wie sieht ein klassischer Vogelbeobachtungs- und Shootingtag bei Ihnen aus? Welche Vorbereitungen werden getroffen?
Einen klassischen Tag gibt es eigentlich nicht. Es kommt immer ganz darauf an, was ich mir vorgenommen habe, zu beobachten oder zu fotografieren. Entscheide ich mich für einen Fotoansitz mit Tarnzelt, bin ich schon frühmorgens vor der Dämmerung an einer bestimmten Stelle, die ich zuvor durch Vorbeobachtungen mit dem Fernglas ausgekundschaftet habe.
Dort verbringe ich dann zwischen drei und sechs Stunden. Mal mit, mal ohne Erfolg. Grundlegende Vorbereitungen wie beispielsweise Kamera-Akkus laden, alles Wichtige einpacken etc. versteht sich von selbst.
Tier- und Naturschutz liegt Ihnen besonders am Herzen. Gibt es etwas, worauf wir alle Ihrer Meinung nach besonders achten sollten, wenn wir in der Natur unterwegs sind?

Nicht nur als Fotografin oder Fotograf, sondern generell als naturverbundener Mensch, der draußen in der Natur unterwegs ist, sollte man immer darauf achten, dass das Tier und der Schutz seines Lebensraums an erster Stelle stehen muss. Ein Foto sollte und wird daher, meiner Meinung nach, für einen verantwortungsvollen Fotografen nie über dem Wohlergehen des Motivs oder seiner Umgebung stehen.
Blick in die Zukunft: Gibt es einen Vogel, den Sie noch nicht vor der Linse hatten, aber unbedingt mal fotografieren möchten?
In Europa steht der Bartkauz sehr weit oben auf meiner Liste. Ebenfalls fasziniert mich seit Jahren der in Australien beheimatete Kasuar. Und auch der Kea in den Bergwelten Neuseelands wäre ein absolutes Wunschmotiv für mich. Vielleicht erfülle ich mir diese Träume irgendwann.

Fotos, Vogelbeschreibungen, Projekte und Fakten: In ihrem Buch „Die magische Welt unserer Vögel“ stellen die beiden Vogelexperten und Fotografen Hannes Bonzheim und Matthias Futterer über 100 Vogelarten vor, die in Deutschland zu beobachten sind.
Graefe und Unzer Verlag | 42 Euro | 384 Seiten | ISBN: 978-3- 96747-079-6

www.naturfotografiebonzheim.com | Instagram: @naturfotografie.bonzheim