Ratgeber

Winzig kleine Waldszenerien fotografieren (Anleitung in 3 Schritten)

Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht? Dann konzentrieren Sie sich auf die kleinen Motive nah am Waldboden und setzen Sie Frühblüher, Pilze und Co. in Nah- und Makroaufnahmen in Szene.

Winzig kleine Waldszenerien fotografieren

Von knorrigen Wurzelstöcken über feine Farne und Moosstrukturen bis hin zu zierlichen Frühblühern oder Pilzen: Auch in der Nahaufnahme hat der Wald rund um das Jahr einiges zu bieten. Senken Sie den Blick, gehen Sie in die Hocke und konzentrieren Sie sich auf die kleinsten Szenerien am Wald- und Wegesrand – durch den Perspektivwechsel eröffnet sich am Waldboden ein zauberhaftes Parallel-Makro-Universum.

Um kleinste Waldmotive – vor allem bei schwachem Schummerlicht – sicher und stabil auf Augenhöhe in Szene zu setzen, hilft ein Bohnensack. Dieser Stativersatz eignet sich besonders gut für bodennahe Aufnahmen auf natürlich unebenen Böden – wie es im Wald meist die Regel ist.

Außerdem ist er handlich und leicht und passt in jeden Fotorucksack. Legen oder setzen Sie sich samt Kamera auf den Boden, bleibt Ihre Ausrüstung und Kleidung mit einer ISO-Matte oder Plastiktüte als Unterlage sauber – und je nach Wetter auch trocken.

Zudem hilfreich bei schlechten Lichtbedingungen im dunklen Wald: ein tragbares LED-Licht oder eine Taschenlampe, mit der Sie die Ausleuchtung von kleinen Waldmotiven verbessern, sowie kreativ beeinflussen können. Bereits mit der Taschenlampe Ihres Smartphones können Sie tolle Effekte erzielen.

Schritt für Schritt: Buschwindröschen am Vormittag

1. Location am Vormittag 

Diese weißen Buschwindröschen im glitzernden Waldlicht bannte Finja Petersen während einer Wanderung unterhalb der Steilküste der Rügener Kreideküste in Mecklenburg-Vorpommern auf den Sensor ihrer Kamera.

„Es war vormittags – so circa 10:30 Uhr – an einem schönen Frühlingstag. Entdeckt habe ich das Motiv irgendwo in der Nähe von Lohme direkt am Rand des Wanderwegs. Die Buschwindröschen gehören im April zu den ersten Frühblühern und sind einfach entzückend“, erzählt die Fotografin und fügt hinzu:

„Besonders war für mich aber vor allem auch die tolle Stimmung im Wald, dessen Blätterdach noch nicht ganz dicht war und viele Lichtlücken auf den Boden freigab. Das reizvolle Spiel aus Licht und Schatten zusammen mit den zierlichen Blumen musste ich einfach im Bild festhalten.“

2. Flexibles Zoomobjektiv

Auf der Wanderung mit dabei hatte Finja Petersen ihre Sony Alpha 7 II zusammen mit dem Zoomobjektiv Sony FE 28–70mm F3.5–5.6 OSS. Dieser leichte und kompakte Standardzoom mit flexiblem Brennweitenbereich von Weitwinkel bis leichtem Tele eignet sich wunderbar, um die verschiedenen Aufnahme-Szenarien auf einer Wanderung – ohne volle Fototasche und Objektivwechsel – einzufangen.

3. Aufnahmewinkel und Blende 

Um die kleinen Buschwindröschen eindrucksvoll im Bild zu inszenieren, nahm Finja Petersen eine tiefe Aufnahmeposition ein und begab sich auf Augenhöhe mit den 11 bis 25 Zentimeter hohen Pflanzen. „Ich bin in die Knie gegangen und habe die Kamera runtergehalten. Ich hatte keine Hilfsmittel dabei, allerdings auch genug Licht, um aus der Hand zu fotografieren“, erinnert sich die Fotografin.

Mit Blende f/10 bei einer leichten Telebrennweite von 70 mm und Fokus auf den Blumen in der Bildmitte wurden die Details in Vorder- und Hintergrund in sanfte Unschärfe getaucht und die Lichtpunkte in weiche Bokehkreise verwandelt. Haben Sie wie hier Elemente im nahen Vordergrund, die nicht im Bildfokus stehen sollen, macht es Sinn, manuell auf das gewünschte Hauptmotiv zu fokussieren.

Die Fotografin

www.nordziele.de | Instagram: @finjasnordziele

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