Ratgeber

Wilde Tiere im Wald fotografieren: Fuchs im Porträt

Es knistert, raschelt und zwitschert: Die Anwesenheit von Tieren ist im Wald schnell spürbar. Sie zu fotografieren, erfordert jedoch Geduld und die richtige Ausrüstung. Wir haben mit Steffen Hofmann gesprochen, hier gibt er wertvolle Tipps zur Fotografie im Wald.

Tierische Waldmotive: Fuchs im Porträt

Das chaotische Durcheinander im Wald ist das Zuhause vieler wilder Tiere. Möchten Sie eine tierische Begegnung im Wald erleben und fotografisch festhalten, gilt es, sich zunächst in Geduld zu üben – nur selten gelingen starke Wildtieraufnahmen auf Anhieb. Lassen Sie sich an einer Stelle nieder, verhalten Sie sich ruhig und beobachten Sie Ihre Umgebung.

Welcher Ort sich als Fotospot eignet, recherchieren Sie am besten im Vorfeld: Gibt es bestimmte Stellen, an denen sich Ihr Wunschmotiv besonders gerne aufhält, zum Beispiel zur Nahrungssuche? Informieren Sie sich darüber, zu welchen Tageszeiten ein Tier in der Regel aktiv ist.

Lohnenswert ist außerdem, einen Wald regelmäßig zu besuchen, um die Gewohnheiten der wilden Bewohner „kennenzulernen“ – vielleicht entdecken Sie ja die Stelle eines Fuchsbaus oder einer Eisvogelhöhle. Zudem wissen Sie dann, wann das Tageslicht einen bestimmten Fotospot besonders schön in Szene setzt.

Um „größere“ und scheue Wildtiere wie Fuchs, Eichelhäher oder Eichhörnchen in Nahaufnahmen abzubilden beziehungsweise in starke Porträts zu setzen, verlangt die Wildtierfotografie vor allem eins: den Einsatz eines (Super-)Teleobjektivs. Während Festbrennweiten dabei mit Lichtstärke und hoher Bildqualität punkten, überzeugen Zoomobjektive durch die flexible Wahl und schnelle Veränderung der Brennweite.

► Um wilde und sich schnell bewegende Tiere wie Fuchs, Eichhörnchen oder Eichelhäher scharf im Bild einzufangen, gilt es, eine kurze Verschlusszeit zu erzielen. Öffnen Sie dafür die Blende weit und setzen Sie gegebenenfalls auch den ISO-Wert herauf. Mit einem Telezoom-Objektiv gelingen starke Tierporträts aus der Ferne.

Schritt für Schritt: ein kurzer Augenblick

1. Zufällige Begegnung 

Diesen besonderen Wildlife-Moment hielt Steffen Hofmann an einem Morgen in einem alten Auwald in der Nähe von Sonneberg in Thüringen für die Ewigkeit fest: „Ich war eigentlich unterwegs, um Eisvögel zu fotografieren, und postierte mich gegenüber einer Eisvogelhöhle“, erinnert sich der Fotograf und erzählt weiter:

„Als ich mich ohne eine Aufnahme auf den Rückweg machte, drehte ich mich spontan noch mal um und sah, wie mich der Fuchs neugierig beobachtete und verfolgte. Ich fotografiere seit circa 15 Jahren Natur und Wildlife und dieser Moment bewies wieder einmal, dass es oft anders kommt, als man denkt.“

Die Aufnahme von Steffen Hofmann (s. oben) zeigt: Neben Recherche, Vorbereitung, Geduld und fotografischem Können gehört vor allem auch eine gute Portion Glück zur Wildlife-Fotografie dazu.

2. Tele-Festbrennweite

Zum Fotografieren verwendete Steffen Hofmann die Vollformatkamera Nikon D850 zusammen mit dem Sigma 500mm F4 DG OS HSM aus der Produktlinie Sports. Mit einer Tele-Festbrennweite wie dieser können Sie sich schnell bewegende Motive auch aus großer Entfernung im Bild einfangen – nicht nur im Bereich der Sport- und Actionfotografie, sondern auch in der Wildlife- und Vogelfotografie.

3. Tiefen aufhellen

Als Steffen Hofmann den Fuchs bemerkte, musste alles sehr schnell gehen: „Kamera hoch und abdrücken, bei solchen Begegnungen hat man erfahrungsgemäß nur 1 bis 2 Sekunden für ein Foto Zeit. So kam es auch, dass das Bild etwas unterbelichtet war, aber mit einer schönen Vignette“, verrät der Fotograf.

Mit einer offenen Blende von f/5,0 erzeugte Steffen Hofmann bei 500mm ein schönes Bokeh in Vorder- und Hintergrund. Der Fokus lag auf den Augen des Fuchses, die direkt in die Kamera blickten und scharf hervorstechen. Mit ISO 800 erzielte er zudem eine Verschlusszeit von 1/1000 s, um den kurzen Augenblick scharf einzufangen.

„Zu Hause habe ich die Tiefen der RAW-Datei ein wenig aufgehellt und in Photoshop etwas die Dynamik erhöht“, fügt Steffen Hofmann hinzu.

Der Fotograf

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