Wiesen, Weiden und Felder sind vom Menschen geprägte Kulturlandschaften. Zwischen den Flächen und mittendrin leben aber auch Wildtiere wie Feldhase oder Kiebitz und nutzen diese als Nahrung und Deckung. Je näher der Wald, desto öfter erblickt man dort übrigens auch Waldtiere wie Reh oder Fuchs.

Zwischen Kamera und Motiv befinden sich Gräser, Blätter oder andere Pflanzen? Wunderbar! Machen Sie sich diese zunutze, um Tiere mit weichem Vordergrund-Bokeh malerisch ins Porträt zu setzen und einen Eindruck von ihrem Lebensraum im Bild wiederzugeben. Nutzen Sie dafür offene Blenden (hier f/2,8) und fokussieren Sie präzise auf das Auge oder den Kopf Ihres Motivs.
Steckbrief: Feldhase
- Wissenschaftlicher Name: Lepus europaeus
- Klasse: Säugetier
- Ordnung: Hasenartige
- Familie: Hasen
- Größe: bis zu 75 cm
- Gewicht: bis zu 8 kg
► Lebensraum: Feldhasen leben bevorzugt auf Wiesen, Feldern und Äckern, aber auch in Wäldern. Durch die intensive Landwirtschaft wird ihr Lebensraum immer kleiner.
► Nahrung: Als Pflanzenfresser stehen Gräser, Kräuter, Feldfrüchte, Wurzeln und Knollen auf dem Speiseplan der Feldhasen.
► Lebensweise und Verhalten: Die scheuen Einzelgänger kommen oft nur in der Dämmerung oder bei Nacht aus ihren Mulden, den sogenannten Sassen. Zur Paarungszeit kämpfen die Männchen in spektakulären Wettläufen und Boxkämpfen auf den Hinterbeinen um die Gunst der weiblichen Häsinen.
► Eigenschaften und Besonderheiten: Feldhasen sind standorttreue Meister der Tarnung, rasante Sprinter mit einer ausgefeilten sowie wendigen Fluchttechnik und besitzen ein exzellentes Gehör. Sie sind kurzsichtig und nehmen vor allem Bewegungen wahr. Dank der seitlich stehenden Augen verfügen sie über ein Blickfeld von fast 360 Grad.
Schritt für Schritt: Feldhase im Rapsfeld fotografieren
1. Motivsuche am Abend
Starke Wildlife-Bilder entstehen selten aus Zufall. Das zeigt auch das Foto rechts von Felix Töper: „Ich habe lange auf diese Gelegenheit hingearbeitet, indem ich über viele Tage hinweg durch die Rapsfelder in meiner Gegend streifte – immer gegen den Wind und sehr langsam – und auf Rehe, Hasen und Fasane hoffte. In diesem Fall lugte ich vorsichtig um die scharfe 90-Grad-Kurve einer Traktorspur herum. Und da war er! Der Feldhase kam mir in gemütlichem Tempo entgegen gehoppelt!“
Das Foto entstand ca. 20 Uhr bei tief stehender Sonne.
2. Telezoomobjektiv
Mit dabei auf Fotopirsch im Rapsfeld hatte Fotograf Felix Töper die Nikon Z50 zusammen mit dem Telezoomobjektiv Sigma 120– 300mm F2,8 DG OS HSM | Sports.
3. Offenblende und Position
Um den Blick der Betrachterinnen und Betrachter über ein schönes Bokeh im nahen Vordergrund zu dem scharf fokussierten Feldhasen zu lenken, fotografierte Felix Töper mit Offenblende f/2,8 aus einer tiefen Kameraposition nur wenige Zentimeter über dem Erdboden.
„Den Fokus trotz der erschwerten Umstände richtig auf das Auge des Feldhasen zu setzen, ermöglichte mir das Klappdisplay meiner Kamera“, so der Fotograf. Dank der guten Lichtverhältnisse erzielte er dabei mit ISO 100 eine Verschlusszeit von 1/2000 s.
www.felixtoeper-fotografie.de | Instagram: @felixtoeper