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Ratgeber

Tiere im Winterlicht fotografieren: Blaumeise im Porträt

Packen Sie sich warm ein und erkunden Sie die Natur in Ihrer nahen Umgebung – oder direkt vor der Haustüre –, um Wildtierfotos in schönstem Licht einzufangen.

Tiere im Winterlicht fotografieren

In der Regel lebt die Wildtierfotografie von dem vorhandenen Tageslicht am Shootingort. Nur selten, wie zum Beispiel bei Kamerafallen, kommt Blitzlicht zum Einsatz. Besonders wichtig zu wissen, sind für die Planung eines Shootings deshalb zwei Dinge:

Wann Licht wie wirkt – siehe Infokasten unten – und zu welchen Tageszeiten wilde Tiere besonders aktiv sind beziehungsweise sich an bestimmten Orten zeigen. Letzteres variiert natürlich von Tier zu Tier. Unser Tipp: Beginnen Sie mit dem Fotografieren von Wildtieren in Ihrer nahen Umgebung. Diese Orte können Sie regelmäßig besuchen und sowohl das Verhalten der Tiere als auch die schönsten Lichtstimmungen an bestimmten Locations studieren.

Eine weitere Möglichkeit: Mit Futterstellen können Sie kleine Vögel und Eichhörnchen im Winter sogar direkt vor Ihre Haustüre oder in den Garten locken. Zeit und Geduld sind das A und O in der Wildtierfotografie. Lassen Sie sich also – im besten Fall getarnt – an einer fotogenen Stelle nieder, verhalten sich ruhig und beobachten Sie, was um Sie herum passiert. Während des Wartens ist es sinnvoll, die Kamera bereits einzustellen und Bildkompositionen auszuprobieren.

Denn wenn ein Wildtier erstmal auftaucht, sollte es schnell gehen. Achten Sie bei den Einstellungen vor allem auf kurze Verschlusszeiten. Ist das vorhandene Licht schwach, öffnen Sie die Blende weit und/oder erhöhen den ISO-Wert.

Tageslicht im Verlauf

Über einen Tag hinweg befindet sich natürliches Licht im ständigen Wechsel und erscheint in unterschiedlichsten Farben und Intensitäten. Dabei wird die Lichtstimmung nicht nur von dem Stand der Sonne, sondern auch durch Wetter und Jahreszeit beeinflusst.

Grundsätzlich gilt jedoch: Während Licht frühmorgens besonders sanft wirkt, wird es zur Mitte des Tages hin härter. Am Nachmittag werden die Strahlen dann wieder schwächer, bis sie in den späten Abendstunden hinter dem Horizont verschwinden und die Welt im schwachen Licht des Monds und der Sterne zurücklassen.

Schritt für Schritt: Blaumeise im Porträt 

1. Set-Up und Voreinstellungen 

Diese Wildlifeaufnahme (s. Foto oben) wurde aus einem Ansitzzelt heraus in Berg in der Eifel in Rheinland-Pfalz aufgenommen.

„Die Blaumeise wurde von unter den Tannenzapfen versteckten Futterkörnern angelockt. Die ‚Futterstelle‘ habe ich im Vorfeld lediglich von ein paar Blättern befreit, um diese schöne Bildumgebung zu erzeugen“, erzählt Willi Schmitz und fügt hinzu:

„Am Tag der Aufnahme war es sonnig. Um den etwas überbelichteten Schnee in der Nachbearbeitung zu korrigieren, wählte ich RAW als Aufnahmeformat.“

Tipp der Redaktion: Um wilde Tiere zu fotografieren, benötigen Sie nicht zwingen ein Ansitz- oder Tarnzelt. Heimische Vögel oder kleine Nager lassen sich im Winter zum Beispiel auch wunderbar mit Futterstellen im Garten anlocken und aus dem Küchenfenster oder Gartenhäuschen fotografieren.

2. Teleobjektiv und Stativ 

Um den kleinen Vogel aus – für das wilde Tier – sicherer Entfernung großflächig ins Bild setzen zu können, fotografierte Willi Schmitz mit dem Super-Telezoom-Objektiv Sony FE 200–600mm F5,6–6,3 G OSS an der Sony Alpha 7R III. „Zum Einsatz kam zudem ein Stativ“, fügt der Fotograf hinzu.

Dieses ermöglichte ihm, den Bildausschnitt und -aufbau vorauszuwählen und mit schussbereiter Kamera darauf zu warten, dass ein tierisches Motiv in dem gewünschten Aufnahmebereich auftauchte.

3. Fokus und Belichtungszeit 

In der Erwartung, dass sich ein Vogel in dem zuvor festgelegten Bildausschnitt – samt Vogelfutter als Lockmittel – niederlässt, fokussierte Willi Schmitz auf eine gestalterisch wirkungsvolle Stelle im Bild vor.

„Ich habe den Autofokusbereich auf einen der präsenten Lärchenzapfen vorpositioniert und gehofft, dass sich ein Vogel darauf absetzt. Der Fokuspunkt saß dabei nicht in der Bildmitte, sondern im Goldenen Schnitt, erklärt der Fotograf.

Zudem wählte Willi Schmitz eine kurze Belichtungszeit von 1/2500 s, um das bewegte Motiv scharf im Bild einzufangen. Mit Blende f/7,1 entstand dank der langen Telebrennweite von 456mm bereits ein attraktives Bokeh, das die Blaumeise als Hauptmotiv sowie die dekorativen Tannenzapfen vor einem unscharfen Hinter- und Vordergrund freistellte.

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