Entdecken Sie die vielseitige Motivwelt der Makrofotografie und werfen Sie einen Blick hinter die Entstehung großartiger Detail- und Nahaufnahmen: Roland Steffen verrät, wie er diese atemberaubende Aufnahme einer Lilie erstellt hat.

Lilie nach Regenschauer fotografieren
Bricht die Sonne nach einem Regenschauer durch die Wolken und bringt die nasse Vegetation auf Wiesen, in Wäldern und im heimischen Garten zum Funkeln, kann es sich lohnen, auf die Suche nach Motiven im Gegenlicht zu gehen.
„Als die ersten Türkenbundlilien (Lilium martagon) in meinem Garten in Blüte standen, sah ich, wie nach dem Regen eine Pflanze im schönen Abendlicht stand“, erinnert sich Roland Steffen und fügt hinzu:
„Ich schnappte mir meine Sony Alpha 7 M3, brachte einen Sony LAEA4-Objektivadapter an und setzte mein altes Minolta AF Macro 100mm f/2.8 darauf.“
Bei der Wahl des Standorts und der Perspektive achtete der Fotograf darauf, dass möglichst wenige Störfaktoren im Hintergrund erschienen, die wichtigsten Blüten auf einer Schärfebene lagen und durch das Gegenlicht zum Leuchten gebracht wurden. Durch Blende f/8,0 bei 100mm wurden die Blüten scharf von der Umgebung abgesetzt und die Lichtpunkte an den Tropfen in kleine Blendensterne verwandelt.
Warum dieses Bild funktioniert

1. Regentropfen
Natürlich: Auch ohne die Regentropfen hätte diese zarte Türkenbundlilie im sanften Abendlicht ein fotogenes Makromotiv dargestellt. Durch die funkelnden Regentropfen erhält das Motiv jedoch das gewisse – glanzvolle – Extra.
2. Warmes Gegenlicht
Durch die Aufnahme gegen das Lichts werden nicht nur die Strukturen auf der Oberfläche der Blüten sowie die feinen Spinnweben sichtbar gemacht, sondern auch die Tropfen zum Glitzern gebracht. Zudem schön: der inhaltliche Kontrast zwischen den kaltnassen Tropfen und dem warmen Abendlicht.
3. Blendeneffekte
Weiche Bokehkreise im Hintergrund treffen auf winzigkleine Blendensterne an den Regentropfen: Durch die Wahl einer mittleren Blende erzielte Fotograf Roland Steffen zwei reizvolle Blendeneffekte.