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Ratgeber

Gebäude in Monochrom fotografieren: Architektur in Schwarzweiß

Nehmen Sie Ihre Kamera und Ihr Stativ mit auf einen abendlichen Fotospaziergang durch die Stadt: Denn treffen helle Stadtlichter auf die Dunkelheit der Nacht, finden sich starke Schwarzweißmotive.

Architektur in Schwarzweiß

Schwarzweißaufnahmen leben von intensiven Kontrasten zwischen Hell und Dunkel – egal, ob mit harten Kanten oder sanften Verläufen von hellem Weiß bis hin zu tiefem Schwarz. Und von starken Linien, Formen und Strukturen, die durch die Konvertierung in Graustufen noch stärker in den Bildfokus rücken.

Eine wahre Fundgrube für wirkungsvolle Schwarzweißmotive stellen aus diesen Gründen Klein- und Großstädte bei Nacht dar. Denn bricht die Dunkelheit über eine Stadt hinein, werden die Straßen und Plätze punktuell durch Laternen oder andere Kunstlichtquellen vor einem schwarzen Nachthimmel erhellt und es entstehen spannende Hell-Dunkel-Kontraste sowie Licht- und Schattenspiele an Gebäuden, Brücken und architektonischen Elementen.

Sind Sie in einer bunten Welt auf Jagd nach Schwarzweißmotiven, ist Umdenken angesagt. Haben Sie Schwierigkeiten, sich ein Motiv in Schwarzweiß vorzustellen? Dann nehmen Sie doch einfach kurz Ihr Smartphone zu Hilfe, aktivieren den Schwarzweiß-Modus in der Kamera-App und machen einen Testschuss.

Unser Tipp für die finale Aufnahme mit der Kamera: Wählen Sie RAW als Bildformat und nutzen Sie den RAW-Konverter nicht nur zum Öffnen der Datei, sondern auch für die Schwarzweiß-Umwandlung.

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Schritt für Schritt: Langzeitbelichtung mit Blendensternen

1. Motivsuche in der Stadt 

Diese Langzeitbelichtung in Schwarzweiß fotografierte Valentina Gallo auf einem Fotospaziergang durch das nächtliche Zürich: „Ich bin immer auf der Suche nach einem speziellen Bildwinkel, sodass möglichst keine 08/15-Bilder entstehen“, sagt die Fotografin und erzählt weiter:

„Hier zog das Brückengeländer, das eine Kurve macht, meinen Blick an und leitete ihn zum Gebäude weiter hinten.“ Urbane Szenerien im Dunkeln eignen sich wunderbar für Motive in Schwarzweiß. So werden in der Stadt mit Eintritt der Dämmerung punktuell künstliche Lichtquellen eingeschaltet, die einen wirkungsvollen Kontrast zwischen Hell und Dunkel erzeugen und die Linien, Formen und Strukturen der urbanen Architektur mit Schatten- und Lichtseiten betonen – was in Schwarz und Weiß noch besser zur Geltung kommt.

2. Weitwinkel-Zoom und Stativ 

Mit dabei auf ihrem nächtlichen Fotoausflug in die Stadt hatte Valentina Gallo ihre Nikon Z 7II zusammen mit dem Nikkor Z 14–30mm 1:4 S.

„Diesen flexiblen Ultraweitwinkel-Zoom verwende ich oft für die Stadtfotografie. Mit von der Partie war außerdem mein leichtes Carbon-Stativ von PeakDesign, um Langzeitbelichtungen aufgrund schwacher Lichtverhältnisse wackelfrei zu meistern“, so die Fotografin.

3. Aufnahme & Umwandlung 

Um den Blick der Betrachterinnen und Betrachter über das geschwungene Brückengeländer in das Bild zu führen, platzierte Valentina Gallo das Stativ samt Kamera und Objektiv nah am Geländer und setzte es mit einer kurzen Brennweite von 18 mm in den nahen Vordergrund.

„Für eine weitreichende Schärfe und um die Lichter der Straßenlaternen in Blendensterne zu verwandeln, schloss ich die Blende auf f/11. Die Belichtungszeit von 13 Sekunden erlaubte es mir, die zahlreichen, sich bewegenden Menschen auf der Brücke verschwinden zu lassen.“

Für die Umwandlung des Farbbilds in Schwarzweiß verwendete die Fotografin Lightroom: „Dabei habe ich den Regler für Schwarz runter und den für Weiß etwas raufgezogen, danach die Helligkeit angepasst sowie Klarheit und Kontrast erhöht.“

Spickzettel für Nachtfotos in der Stadt

Nicht vergessen

  • Flexibles Zoomobjektiv: Von Weitwinkel bis Tele, um die unterschiedlichen Motive in urbanen Gebieten einfangen zu können.
  • Leichtes Stativ aus Carbon: Für wackelfreie Langzeitbelichtungen aufgrund schwacher Lichtverhältnisse im Dunkeln.
  • Smartphone (kein Muss): Um potenzielle Motive schnell und einfach im Schwarzweiß-Modus der Kamera-App zu testen.

So geht's

  • RAW: Wählen Sie RAW als Bildformat, um die Datei in der Nachbearbeitung in Schwarzweiß zu konvertieren und maximale Kontrolle über die Abstimmung der Tiefen und Lichter zu erhalten.
  • Kamera stabilisieren: Verwenden Sie ein Stativ oder stützen Sie die Kamera auf einem festen Untergrund ab, um verlängerte Verschlusszeiten – zugunsten niedriger ISO-Werte und geschlossener Blenden für scharfe Bilder – ohne Verwackler zu bewältigen.

Die Fotografin

www.fotovalentina.ch | Instagram: @foto_valentina

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